Gedruckte Zimmerverzeichnisse gehören der Vergangenheit an. Der Wandel hin zu Smartphones und die veränderten Gewohnheiten der Gäste haben traditionelle Verzeichnisse überholt und treiben Hotels dazu, nachhaltige Alternativen zu erkunden.
Lohnt es sich, gedruckte Verzeichnisse beizubehalten?
Hohe Druckkosten
Traditionelle Verzeichnisse stellen einen erheblichen Kostenfaktor dar. Da sich Hotelservices und -zeiten ständig ändern, werden gedruckte Materialien schnell veraltet. Physischer Verschleiß — zerknitterte, nasse oder schmutzige Seiten — hinterlässt einen schlechten Eindruck beim Gast.
Wichtige Kennzahl: Ein Hotel mit 100 Zimmern gibt jährlich ungefähr 3.000 € aus, um verschlissene Verzeichnisse zu ersetzen, berechnet bei 30 € pro Einheit.
Veraltete Informationen
Wenn Menüs sich ändern oder Servicezeiten angepasst werden, muss das Personal Materialien neu drucken und die Informationen in allen Zimmern physisch austauschen. Dies führt zu Unzufriedenheit bei Gästen, die auf veraltete Informationen stoßen.
Ungeeignetes Format
„Es steht im Verzeichnis, aber niemand liest es”, berichten viele Hoteliers. Die heutigen Gäste suchen nach strukturierten, leicht zugänglichen Informationen, ohne ihre Urlaubszeit zu unterbrechen. Darüber hinaus sehen nachhaltigkeitsbewusste Gäste Druckmaterialien als Verschwendung.
Vorteile digitaler Verzeichnisse
- Kosteneffizienz — Digitale Lösungen sind deutlich günstiger als gedruckte Varianten und bieten zusätzliche Funktionalitäten.
- Echtzeit-Updates — Änderungen werden innerhalb von zwei Minuten eingespielt und sorgen so für stets aktuelle Informationen.
- Überlegenes Format — Eine App mit integrierter Suchfunktion ermöglicht es Gästen, nach „Spa” zu suchen und vollständige Informationen abzurufen: Öffnungszeiten, Behandlungsmenü und Buchungsoptionen.
Das Potenzial des digitalen Verzeichnisses ausschöpfen
Strategie 1: Willkommenskarte
Ersetzen Sie den Papierkram beim Check-in, indem Sie Gäste einladen, auf die App zuzugreifen. Das erhöht das Engagement und stellt sicher, dass alle verfügbaren Informationen bekannt sind.
Strategie 2: QR-Codes im gesamten Hotel
Eine der nachhaltigsten Möglichkeiten besteht darin, alle Ausdrucke schrittweise zu entfernen und durch QR-Codes zu ersetzen. Ein QR-Code am Pool, der zu den Wasserparametern führt, ein QR-Code im Restaurant, der die digitale Speisekarte öffnet.
Strategie 3: Inhalte nach Gästetyp personalisieren
Passen Sie die angezeigten Informationen je nach Gästetyp, Unterkunft oder Verpflegungsart an. Jacuzzi-Anweisungen erreichen nur die Zimmer, die einen haben; Familienveranstaltungen erscheinen nur für Familien; Upgrade-Angebote richten sich an das richtige Segment.
Ergebnis: Die richtigen Informationen für die richtigen Personen.
Analyse der tatsächlichen Einsparungen
Ein Hotel mit 485 Zimmern auf Teneriffa dokumentierte 920.375 App-Anfragen im Jahr 2022. Wenn nur 10 % dieser Anfragen Rezeptionspersonal für jeweils eine Minute erfordert hätten, ergab sich eine jährliche Einsparung von 1.534 Stunden — das entspricht etwa 16.873 € an Personalkosten.
Fazit
Digitale Verzeichnisse ersetzen keine Rezeptionisten, reduzieren aber deren Arbeitsbelastung erheblich. Gästebefragungen bestätigen, dass der selbständige Zugang zu Informationen Urlaubszeit einspart, indem Warteschlangen und Wartezeiten an der Rezeption vermieden werden.